Artikel von Otto vom 11. September 2026
Drei Arbeiten, eine Botschaft: Freising muss ins Machen kommen
Drei studentische Arbeiten haben den kommunalen Klimaschutz in Freising untersucht – vom Rad- und Autoverkehr bis zur Wärmeversorgung. Als Ausgangspunkt dienten unter anderem die Bewertungen von Stadt.Land.Klima!. Das gemeinsame Ergebnis: An Wissen und Konzepten fehlt es kaum. Entscheidend sind jetzt klare Zuständigkeiten, ausreichende Mittel und eine konsequente Umsetzung.
Wo steht Freising beim kommunalen Klimaschutz – und was verhindert weitere Fortschritte? Drei studentische Arbeiten sind dieser Frage mit unterschiedlichen Schwerpunkten nachgegangen. Untersucht wurden der Radverkehr, die Abhängigkeit vom Auto sowie der Bereich Gebäude und Wärme.
Beim Radverkehr zeigt sich: Viele Probleme sind längst bekannt und in vorhandenen Konzepten benannt. Dennoch fehlen weiterhin sichere, durchgängige Verbindungen, geeignete Abstellmöglichkeiten und eine konsequente Neuverteilung des Straßenraums.
Auch die Arbeit zum Autoverkehr kommt zu einem klaren Ergebnis. Damit Menschen häufiger auf das Auto verzichten, müssen Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr verlässlicher und alltagstauglicher werden. Attraktive Alternativen allein genügen jedoch nicht. Auch Parkraumpolitik und die Begrenzung des Autoverkehrs gehören zu einer wirksamen kommunalen Mobilitätswende.
Im Bereich Gebäude und Wärme sind viele technische Lösungen ebenfalls vorhanden. Ihre Umsetzung scheitert jedoch häufig an hohen Kosten, rechtlichen Unsicherheiten, fehlender Beratung und der unzureichenden Abstimmung zwischen Kommune, Stadtwerken, Eigentümern, Handwerk und Zivilgesellschaft.
Die Arbeiten nutzten die kommunalen Bewertungen von Stadt.Land.Klima! als Orientierung, um Schwachstellen und wichtige Handlungsfelder zu identifizieren. Für uns liefern sie zugleich wertvolles Feedback: Bewertungen können einen guten Einstieg schaffen – ihre eigentliche Wirkung entfalten sie aber erst, wenn aus Erkenntnissen konkrete nächste Schritte entstehen.
Das gemeinsame Fazit der drei Arbeiten ist deshalb ebenso einfach wie unbequem: Freising braucht nicht noch mehr Konzepte. Freising braucht eine nachvollziehbare Umsetzung – mit klaren Verantwortlichkeiten, realistischen Zeitplänen, gesicherter Finanzierung und einer öffentlich sichtbaren Fortschrittskontrolle.
Genau an dieser Verbindung von Bewertung, Wissen und konkretem Handeln wollen wir weiterarbeiten.

